WDR 4          „Recht So!“

 

Redaktion: Rüdiger Sommerling               Manuskript: Annette Wilmes

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Mietnebenkosten: Ist der Verlierer immer der Mieter?

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Autorin:                    Wenn der Vermieter alljährlich die Nebenkostenabrechnung vorlegt, ist das in vielen Fällen eine böse Überraschung für den Mieter. Da werden mitunter erhebliche Nachzahlungen verlangt, mit denen er nicht gerechnet hat, es ist fast so, als müsste er eine „zweite Miete“ zahlen. Und oft stellt sich heraus, dass gar nicht alles gezahlt werden muss, sagt Hartmann Vetter vom Berliner Mieterverein:

 

Regie:                    Take 1

Im Mietvertrag muss ausdrücklich geregelt sein, dass der Mieter die Nebenkosten zu tragen hat, auch um welche es sich handelt, muss festgelegt sein, explizit, und auch die Beträge, die dafür als Vorschuss genommen werden, müssen angegeben sein.

 

 

Autorin:                    Wenn im Mietvertrag steht, „Der Mieter trägt die Nebenkosten“, gilt dies nicht, weil es keine genaue Angabe ist. Welche Kosten dürfen denn im Vertrag stehen?

 

Regie:                    Take 2

Mietnebenkosten sind die üblichen Kosten wie Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Gartenpflege, und so weiter, das sind insgesamt 15 Nebenkostenarten, die in der zweiten Berechnungsverordnung niedergelegt sind.

 

 

Autorin:                    Streit gibt es meist darüber, ob die erhobenen Kosten überhaupt angemessen sind, ob das Preis- Leistungsverhältnis stimmt.

 

Regie:                    Take 3

Ein häufiger Streitpunkt sind die Gartenpflegekosten, wo man sich eigentlich einen botanischen Garten erhofft, und die Wirklichkeit ist meistens dann eine vertrocknete Rasenfläche. Und natürlich auch die Hausmeisterkosten, auch die sind sehr hoch in der Regel, ohne dass dem ein entsprechendes Angebot gegenübersteht, also den Hausmeister sieht man gar nicht, wenn man ihn braucht, ist er nicht verfügbar, das sind dann die Hauptkritikpunkte.

 

 

Autorin:                    Wenn abgerechnet wird, hat der Mieter das Recht, sich die entsprechenden Belege anzusehen. Er kann Vergleiche einholen, und wenn er feststellt, dass die Kosten nicht marktüblich sind, kann er die Zahlungen kürzen.

Wer sich selbst nicht zutraut, die Abrechnung zu prüfen, kann sich beim örtlichen Mieterverein Hilfe holen, die Berater haben einen geschulten Blick dafür, ob die verlangten Summen im Rahmen liegen und ob die Belege in Ordnung sind.

Besonders kompliziert wird es bei den Heizkostenabrechnungen. Die Kosten dürfen nach der Heizkostenverordnung nicht einfach gleichmäßig auf die Mietparteien verteilt werden, sondern die Mieter zahlen nur soviel, wie sie verbraucht haben, entsprechende Messgeräte muss der Vermieter zur Verfügung stellen.

 

Regie:                    Take 4

Und wenn dies nicht geschieht, haben sie ein Kürzungsrecht von 15 Prozent der Kosten, das heißt also, sie können von den in Rechnung gestellten Kosten 15 Prozent abziehen und damit einen wirtschaftlichen Druck auf den Vermieter ausüben, dass er entsprechend der Heizkostenverordnung verbrauchsabhängig abrechnet.

 

 

Autorin:                    Da ein Teil der Kosten auch nach Wohnfläche umgelegt werden darf, sind die Abrechnungen schwer verständlich. Der Mieterverein informiert in einem kostenlosen Informationsblatt über Einzelheiten. Und der Dachverband, der deutsche Mieterbund, hat in einer Broschüre, „Viel Streit um Heizung und andere Nebenkosten“ viel Wissenswertes und Hilfreiches für die Mieter zusammengestellt. Die Investition von 7 Mark 50 lohnt sich.

 

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Informationen:

DMB-Verlag, Verlags- und Verwaltungsgesellschaft des Deutschen Mieterbundes mbH

50926 Köln, Tel. 0221-940770, Fax 0221-94077-22

 

Dort gibt es auch eine Liste der örtlichen Mietervereine