WDR 4          „Recht So!“

23.07.2001

 

Redaktion: Rüdiger Sommerling                            Manuskript: Annette Wilmes

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Kampfhunde

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Autorin:                             „Gefährliche Hunde dürfen nur vom Halter des Hundes oder einer sachkundigen Person geführt werden“ – heißt es zum Beispiel in der Berliner Hundeverordnung. In Schleswig-Hostein sind in einer besonderen „Kampfhundeverordnung“, in  Niedersachsen in der „Gefahrtier-Verordnung“ die Rassen, die als gefährlich gelten, aufgelistet. Zum Beispiel der Pit-Bull und der American Staffordshire Terrier, aber auch der Dogo Argentino und der Tosa Inu. Für all diese Hunde gilt Leinenzwang, sie müssen auch Maulkörbe tragen. Es sei denn, der Hundehalter  lässt sich von den Auflagen befreien, indem er sich vom Tierarzt bescheinigen lässt, dass sein Hund gar nicht gefährlich ist.

Wer welche Hunde halten darf, auch unter welchen Auflagen, all dies ist also in den einzelnen Ländern geregelt, in manchen mehr, in manchen weniger streng, aber Auflagen gibt es überall. Dass sich auch auf Bundesebene etwas tut, dafür sorgt jetzt das neue „Gesetz  zur  Bekämpfung gefährlicher Hunde“, in Kraft getreten am 21. April. Der Bundestagsabgeordnete Heino Wiese, SPD, findet gut, dass es jetzt weitreichende Regeln gibt, wie das Einfuhr- und das Zuchtverbot:

 

Regie:                    Take 1

Ich halte es für zwingend notwendig, dass wir diese Maßnahmen gemacht haben, und dass wir auch weitere Maßnahmen auf Länderebene vor allen Dingen machen werden, weil ich glaube, dass die Bevölkerung es nicht verstehen wird, wenn wir sie dieser Gefahr weiter aussetzen.

 

 

Autorin:                    Gar nicht erfreut sind die Kampfhundebesitzer und ihre Verbände. Einige haben schon gegen die neuen Hundeverordnungen geklagt. Der Abgeordnete Heino Wiese kennt auch ihre Argumente:

 

Regie:                    Take 2

Sie haben eine bestimmte Rasse gezüchtet und sehen überhaupt nicht ein, dass diese Rasse per se gefährlich ist. Sondern sie sagen, es liegt immer nur an den Menschen, die mit dementsprechenden Hunden umgehen.

 

Autorin:                    Der Dialog mit Vertretern der Hundeverbände findet statt, aber auch mit den Opferschutzverbänden und den Geschädigten. Der Schutz des Menschenlebens und der Schutz der menschlichen Gesundheit stehen für Heino Wiese an erster Stelle. Eine Haftpflichtversicherung für Hunde hält er für unerlässlich.

 

Regie:                    Take 3

Ich denke, es ist auf der eine Seite die Frage, dass man diejenigen belangen kann, strafrechtlich belangen kann, die mit Hunden fahrlässig umgehen. Aber das hilft demjenigen, der gebissen worden ist, in der Regel nicht. Der hat auch viele Schäden, materielle Schäden, und dafür sind häufig die Hundehalter, die dann noch meistens nicht sonderlich viel Vermögen haben, nicht haftungsfähig.

 

 

Autorin:                    Die obligatorische Haftpflicht ist auf den Weg gebracht, ein Antrag der SPD-Fraktion ist im Bundestag angenommen worden, wahrscheinlich wird es noch in dieser Legislaturperiode zu einer Regelung kommen.

Hunde, deren besonderes Merkmal ihre Angriffslust ist, mit dem sich deren Züchter und Besitzer auch rühmen, sollten jedoch grundsätzlich verboten werden.

 

Regie:                    Take 4

Das ist ein über Generationen gezüchtetes Verhalten, das ist die Aggressivität dieser Hunde, und deshalb sage ich, das brauchen wir eigentlich nicht.

 

 

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