WDR 4          „Recht So!“

 

Redaktion: Rüdiger Sommerling               Manuskript: Annette Wilmes

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Online-banking: Wenn mein Konto geplündert wird

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Moderation:                    Nicht mehr abhängig sein von den Öffnungszeiten der Banken, die meist in der eigenen Arbeitszeit liegen, keine Parkplatzsuche mehr, nicht mehr vor dem Schalter Schlange stehen. Alles in allem bietet das Online-banking  eine gute Alternative zum herkömmlichen Gang zur Sparkasse. Rund um die Uhr können am PC Überweisungsaufträge ausgefüllt, Daueraufträge geändert werden. Immer mehr Konteninhaber entscheiden sich für diesen bequemen und schnellen Weg, ein Trend, der übrigens auch den Geldinstituten entgegen kommt, denn Online-Kunden sind billiger.

 

 

Autorin:                    Online-banking ist schnell und bequem, aber wie steht es um die Sicherheit? Kann mein Konto beim Datentransfer im Netz geplündert werden?

 

Regie:                    Take 1

Theoretisch ist es auf jeden Fall möglich.

 

 

Autorin:                    sagt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest, Projektleiterin für Finanzdienstleistungen.

 

Regie:                    Take 2

Es gibt ja solche Vereine, die das überprüfen, wie der Chaos Computer Club zum Beispiel, und die haben’s eben darauf angelegt und haben’s auch geschafft, auf Konten ‚raufzukommen. Die Daten im Internet werden ja verschlüsselt übertragen, und das entscheidende ist hier die Länge des Schlüssels, wie sie übertragen werden. Und wenn man einen entsprechend großen Rechner hat und entsprechend viel Zeit, ist es immer möglich, egal, mit welcher Schlüssellänge Daten übertragen werden, diese zu knacken.

 

Autorin:                    In der Theorie ist es möglich, in der Praxis ist Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest bisher jedoch kein einziger Fall bekannt. Die Sicherheitsstandards sind noch unterschiedlich.

 

Regie:                    Take 3

Das Sicherste, was im Moment auf dem Markt ist, ist der sogenannte HBC-Standard, das ist ein Sicherheitsstandard, auf den sich die Banken auch geeinigt haben für die Kontoführung. Er ist aber immer noch von nur wenigen Banken umgesetzt. Dieser Standard beinhaltet eine digitale Unterschrift, das heißt, der Kunde benötigt eine Chipkarte oder ein zusätzliches Lesegerät, um seine Bankgeschäfte vornehmen zu können.

 

 

Autorin:                    Bisher ist jedoch das Verfahren mit Pins und Tans üblich. Die Pin ist die persönliche Identifikationsnummer und die Tan die Transaktionsnummer, die nur für den einzelnen Vorgang gilt und dann verfällt. Dieses Verschlüsselungsverfahren ist dann sicher, wenn mindestens mit einer 128 Bit Verschüsselung übertragen wird.

 

Regie:                    Take 4

Da gibt es eine Möglichkeit, das zu überprüfen, welche Schlüssel-Länge seine Bank anbietet. Und zwar bietet die Stiftung Warentest über das Internet einen sogenannten SSL-Check an, das heißt, man kann da seine Bank eingeben und gucken, mit welcher Schlüssellänge die Daten übertragen werden.

 

 

Autorin:                    Wer noch sicherer gehen will, sollte seine Geldgeschäfte nicht über das Internet, sondern über T-online abwickeln. Denn der Zugriff auf Daten in diesem geschlossenen Netz ist wesentlich schwieriger als über das offene Internet.

Aber was passiert, wenn nun doch der schlimmste Fall eintritt und mein Konto geplündert wird?

 

Regie:                    Take 5

Einige Banken sagen grundsätzlich, der Kunde muss haften, das ist natürlich das schlimmste.

 

Autorin:                    Mit so einer Bank sollte man sich gar nicht erst einlassen, sagt Stephanie Pallasch. 

Nur wer seine Sorgfaltspflichten verletzt, muss bei den meisten Geldinstituten für den dann ja selbst verschuldeten Schaden aufkommen. Einige Banken, und das sind die kulantesten, begrenzen die Haftungssumme auch bei eigenem Verschulden des Kunden.

 

Regie:                    Take 6

Der Kunde muss sich grundsätzlich immer sorgfältig verhalten, er darf zum Beispiel seine Nummern, seine Geheimnummern nicht auf der Festplatte speichern, dann sind sie natürlich schneller für einen Dritten zugänglich. Er sollte auch nicht von Internet-Cafés aus oder nach Möglichkeit von Firmenrechnern seine Bankgeschäfte erledigen, weil da der Zugriff schneller möglich ist.

 

Autorin:                    Wer sich an die Regeln hält und auch die Geschäftsbedingungen der Banken sorgfältig liest, kann die Vorteile des Online-bankings ohne größere Bedenken genießen.

 

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