WDR 4          „Recht So!“

14.5.2001

 

Redaktion: Rüdiger Sommerling                            Manuskript: Annette Wilmes

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Autowracks und anderer Schrott – was passiert bei illegaler Entsorgung?

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Autorin:                             Das Auto hat viele Jahre gute Dienste geleistet, ist nun aber alt und kaputt. Die letzten Reparaturen haben sich schon nicht mehr gelohnt, ärgerlich, dass überhaupt noch Geld investiert wurde. Jetzt ist es gerade wieder liegengeblieben. Also ab damit auf den Schrottplatz.

Das geht aber nicht mehr so einfach wie früher. Denn seit dem 1. April 1998 gilt bundesweit die „Altautoverordnung“, nur lizenzierte Autoverwerter dürfen die Autowracks entgegennehmen. Und das lassen sie sich bezahlen, in der Regel nehmen sie zwischen 150 und 180 Mark; wenn das Wrack abgeholt werden muss, können es etwa 220 bis 280 Mark werden.

So viel Geld für einen Schrotthaufen? Dann die alte Kiste doch lieber gleich dastehen lassen, wo sie gerade ist, irgendwo am Straßenrand oder womöglich sogar auf dem Bürgersteig.  

Wer so handelt, der verstößt gegen die Altautoverordnung und muss mit einem Bußgeld rechnen. Vielleicht wird es sogar ein Fall für die Kriminalpolizei und später für Staatsanwaltschaft und Gericht, und das aus gutem Grund, meint Andreas Geigulat von der Berliner Umweltkripo.

 

Regie:                    Take 1

Man muss bedenken, dass ja in einem Auto, in einem abgestellten Auto, was sich dann als Wrack darstellt, sich noch Betriebsstoffe befinden, Motoröl, Batteriesäure, Bremsflüssigkeit, Hydrauliköle. Und das sind erst mal grundsätzlich umweltgefährdende Stoffe, unabhängig von der Frage, wo das Auto abgestellt worden ist.

 

 

Autorin:                    Also auch auf dem eigenen Grundstück darf man ein Auto nicht einfach verrotten lassen, denn das könnte tatsächlich gefährlich werden. Ein klarer Fall von Umweltkriminalität, der nach § 326 Strafgesetzbuch verfolgt wird.

 

Regie:                    Take 2  (Geigulat)

„Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen.“

 

 

 

 Autorin:                    Wenn die Schutzpolizei während der Streife feststellt, dass irgendwo ein Autowrack steht, teilt sie es den Kollegen von der Umweltkripo mit. In anderen Fällen erhalten die Kriminalbeamten ihre Informationen von der Verwaltungsbehörde, die für die Entsorgung von Altautos zuständig ist. Oder aber es kommen Anzeigen aus der Bevölkerung, entweder weil sich Passanten durch ein Autowrack auf dem Gehweg massiv gestört fühlen, oder aber, weil sie sich über die Gefahren für die Umwelt bewusst sind.

 

Regie:                    Take 3  (Geigulat)

Der letzte Halter ist für uns derjenige, der zunächst mal aufgrund der Datenbestände der Zulassungsstelle greifbar ist, der letzte Halter wird dann von uns angeschrieben, und wenn der nun als Halter das Fahrzeug noch verkauft hat und letztendlich der neue Erwerber es nicht mehr umgemeldet hat, sondern ausgeschlachtet, die Reste eben am Straßenrand hat stehen lassen, dann versuchen wir den auch zu ermitteln und den letztendlich zur Verantwortung zu ziehen.

 

 

Autorin:                    Und das ist in vielen Fällen sehr, sehr schwierig. Denn oft behaupten die Autobesitzer, das Auto ins Ausland verkauft zu haben, sie zeigen eine unleserliche Anschrift vor, die Spur verliert sich in Weißrussland oder in Kasachstan.

Die Altautoverordnung, seit dem 1. April 1998 in Kraft, sollte die Zahl der illegal entsorgten Wracks verringern helfen. Das ist – jedenfalls bisher - nicht geglückt.

 

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